EM-Gold für den Kunstrad-Zweier Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth!

Ein Bericht von Karin Wurth, RSV Gutach

Wann fährt schon einmal ein Bürgermeister mit Gattin zu einer Europa-Meisterschaft und lässt einen offiziellen Termin in Freiburg dafür sausen? Gutachs Bürgermeister Eckert ließ es sich am Samstagnachmittag nicht nehmen in Nufringen in der Schwabenlandhalle den grandiosen internationalen Erfolg der beiden Ausnahmesportlerinnen Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth vom RSV Gutach mit zu verfolgen. Der Gewinn der Junioren-Europameisterschaft im Zweier-Kunstradfahren ist für die beiden der krönende Abschluss ihrer Wettkampfsaison 2015 und das Höchste, was in dieser Altersklasse zu erreichen ist. Am Ende der Zweier-Disziplin lagen sich die beiden Sportlerinnen glücklich in den Armen und bei manchem der angereisten 50 Gutach-Fans standen vor Glück die Tränen in den Augen. Silber gewannen die Schweizerinnen Irina Christinger/Karin Stocker (101,97) vor Rosa Kopf/Svenja Bachmann (80,90) aus Österreich.

Der einzige deutsche weibliche Zweier bei dieser Meisterschaft hatte eine gute Ausgangsposition, nachdem das Schweizer Paar sich mit 101,97 Punkten von der Wettkampffläche verabschiedet hatte. Da waren die eingereichten 133,40 Zähler eine gute Bank und genügend Abstand dazwischen. Doch ein Selbstläufer ist die Kür auch für die routinierten Sportlerinnen nicht. Ruhig, konzentriert und synchron zeigten sie ihre Übungen wie Einzelschleifen im Steiger, die rückwärts zu fahren sind. Ungezählte Male trainiert, fuhren die beiden ihr Programm und alles lief wie geplant. Beim riskanten Übergang von Nattmann mit Wurth auf den Schultern, atmeten die etwa 500 Zuschauer tief durch und als dies geschafft war, konnte sich die Unterfrau trotz der Anstrengung das Lachen nicht mehr verkneifen – noch ein paar Übungen bis zum Ziel. Von der Fahrt der beiden so fasziniert ging ein Raunen durch das stille Publikum, als Wurth, sich auf den Schultern Nattmanns gefährlich zurücklehnte. Doch sie fand ihre Balance wieder und die Freude der Sportlerinnen kannte keine Grenzen, als Platz 1 mit 125,95 Punkten aufleuchteten. Üppiger Applaus für diese feine Kür und die Gutacher waren ganz aus dem Häuschen über ihre Gold-Mädchen. Im blauen EM-Trikot mit ihren Goldmedaillen um den Hals selig lächelnd lauschten sie andächtig der Nationalhymne.

Die Deutschen gewannen alle sechs Titel im Kunstradfahren und Radball. Das Gutacher Paar vom RKB Solidarität holte das erste EM-Gold bei den Zweier-Juniorinnen für ihren Bundesverband überhaupt und für den 103-jährigen RSV Gutach ist auch dieses Jahr wieder ein besonderes. Der für den Hallenradsport zuständige BDR-Vize-Präsident Harry Bodmer hat um den Nachwuchs des deutschen Hallenradsports keine Sorgen und sagte: „Unser Nachwuchs hat großartige Leistungen gezeigt und seine Favoritenrolle klar erfüllt. Es war großartig, wie routiniert die Juniorinnen und Junioren ihre Wettkämpfe bestritten.“

An die 300 Gutacher Bürgerinnen und Bürger erwarteten am Sonntagnachmittag die beiden Kunstradfahrerinnen mit einem umwerfenden Empfang im Kurpark. Mit der Sonne um die Wette strahlten die jungen Damen, als sie nach dem Autocorso rund ums Dorf, mit der Deutschlandfahne in der Hand auf dem extra ausgerollten roten Teppich entlang schritten. Die jüngsten Kunstradler standen mit dem Rad Spalier, Trachtenkapelle und Jagdhornbläsergruppe spielte, Ehrenvorsitzender Fritz Kaspar sprach lobende Worte und Bürgermeister Eckert erzählte vom Wettkampf und rief ins Mikrofon „Wir sind Europameister!“. Das begeisterte Publikum feierte mit Sekt und Häppchen diesen Höhepunkt in der Gutacher Vereinsgeschichte.

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