Bei der zweiten German Masters in Rösrath erlebte die Kunstradfamilie eine Veranstaltung der Extraklasse. Der RV Blitz Hoffnungsthal hatte alle Register gezogen, um seinen Gästen – und vor allem den Sportlern – einen perfekten Rahmen zu bieten. Mit liebevoller Detailfreude hatte das Vorbereitungs-Team dafür gesorgt, dass sich wirklich alle wohlfühlten. Bis hin zu den gut gefüllten Obstkörbchen in den Garderoben war an alles gedacht. Das beflügelte am Ende Lokalmatadorin Maren Haase, die bei der Abendveranstaltung mit Ansage ein Spitzenergebnis rausgehauen hat – und sich vor heimischem Publikum für Platz 1 im Finale feiern lassen konnte.

Das machte die Traurigkeit darüber, dass die Bugner-Brüder verkünden mussten, dass die Saison 2018 verletzungsbedingt für sie beendet sei, bevor sie richtig angefangen hat, zumindest stimmungsmäßig wieder wett.

Das größte Interesse findet derzeit ohnehin das Kräftemessen der hochkarätigen Damen an der Spitze des deutschen Kunstradsports. Wer wird es heuer schaffen, sich eines der beiden WM-Tickets zu erarbeiten? Ziemlich klar ist zumindest nach vier von sieben Wertungen, dass Vizeweltmeisterin Viola Brand dank eines weiteren Streichergebnisses in der Vorrunde raus ist aus dem Rennen um die Tickets für Liège. Bleiben Iris Schwarzhaupt (Sportkultur Stuttgart), Milena Slupina (TSV Bernlohe) und eben Maren Haase, die mit wenigen Punkten Abstand derzeit die besten Ergebnisse vorzuweisen haben. Wird Milena Slupina die Chance haben, in Belgien ihren Titel zu verteidigen? Daran hat nach den beständigen Leistungen auf allerhöchstem Niveau, die sie sowohl im Weltcup als auch bei der bisherigen WM-Quali gezeigt hat, niemand wirkliche Zweifel.

Auch bei der zweiten Masters zeigte sie sich trotz Problemen bei der Rückwärtsserie in der Vorrunde und damit verbunden erheblichen Zeit-Problemen im weiteren Verlauf unbändig kampfesbetont und willensstark. Belohnt wurde das mit zwei weiteren guten Ergebnissen, die zwar nicht an die Rekordfahrten der ersten Masters heranreichten, aber dennoch gutes Futter für die WM-Quali darstellen und dem zweiten Platz im Finale. Geschlagen geben musste sie sich dort – siehe oben – nur der von der heimischen Hallenluft beflügelten Maren Haase. Iris Schwarzhaupt hatte den Vorlauf mit einigen Punkten Vorsprung gewonnen. Im Finale brachte sie es dann zu keinem Ergebnis: Die Auftaktübung, der Sattellenkerhandstand, klappte nicht, bei der Wiederholung in aller Hektik stürzte sie kopfüber ins Rad, verletzte sich Gott sei Dank nicht schwer, sah aber nach einigem Hin und Her davon ab, das Programm fortzusetzen.

Was die weiteren Solisportler anging, gab es an diesem Wettkampftag mehr Ausfälle als Ergebnisse: Max Euskirchen (DJK Rohrbach) und Sophia Hunold (RMSV Buch) mussten verletzungsbedingt passen, Bianca Zint und Claudia Ridinger (beide TSV Bernlohe) hatten sich wegen beruflicher Verpflichtungen und krankheitsbedingt abgemeldet, ebenso Susanne Schreuer (Soli Bruckmühl).

Veronika Koch (Soli Hausham) ließ einige Punkte mehr liegen als bei der vorangegangenen Masters, behauptete sich aber mit Platz neun unter den Top Ten. Gleich dahinter, also ebenfalls unter den besten Zehn, landete Corinna Wirth (RMC Eckersdorf). Eine sehr starke persönliche Leistung zeigte Neu-Elite-Fahrerin Leonie Sander (RSV Knetterheide), die mit Platz 13 sehr zufrieden sein dürfte. Bei den Männern platzierte sich Torben Staudenmaier (RKB Herbrechtingen) auf Platz acht. Im 2er Elite offene Klasse präsentierte sich das Duo Füssel-Schwendemann einmal mehr sehr erfreulich. Platz fünf reichte aber nicht, um noch einmal wie zwei Wochen zuvor in die Zwischenrunde zu rutschen. Text: Steffi Graff

 

 

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