Würdigung zum Tod von Franz-Wilhelm Kahl

20. April 26 | Aus den Vereinen, News aus dem Verband, Radball

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Franz-Wilhelm Kahl, der im Alter von 93 Jahren im Kreise seiner Familie friedlich verstorben ist.
Franz-Wilhelm Kahl (Foto von 2012)

Mit Franz-Wilhelm verliert der Hallenradsport in Hamburg eine prägende Persönlichkeit, einen unermüdlichen Gestalter und einen Menschen, der wie kaum ein anderer für die Werte unseres Verbandes stand. Seit seinem Eintritt in den RKB im Jahr 1948 war er über Jahrzehnte hinweg eine tragende Säule des Radsports und maßgeblich am Wiederaufbau in Hamburg nach den schweren Jahren des Krieges beteiligt.

Als langjähriger Vorsitzender des Landesverbandes Hamburg sowie der Ortsgruppe Hamburg-Bille lenkte Franz-Wilhelm mit Weitsicht, Engagement und großer Leidenschaft die Geschicke des Sports. Doch nicht nur als Funktionär, auch als aktiver Sportler war er vielen ein Vorbild: Bis Mitte der 1970er-Jahre stand er selbst als Radballer auf dem Spielfeld, ehe er seine Erfahrung als Trainer im Radball und Radpolo an die nächsten Generationen weitergab.

Franz-Wilhelm Kahl mit anderen Sportlern auf der Hamburger Radballmeisterschaft (1974)

Franz-Wilhelm Kahl mit anderen Sportlern auf der Hamburger Radballmeisterschaft (1974)

Ein besonderes Anliegen war ihm stets die Förderung des internationalen Austauschs. Bis in die späten 1990er-Jahre organisierte Franz-Wilhelm die internationalen Osterturniere in Hamburg, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa zusammenführten und den Sport über Ländergrenzen hinweg stärkten.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands zeigte Franz-Wilhelm einmal mehr seinen Weitblick und seine Tatkraft. Früh knüpfte er Kontakte zu Radsportvereinen in Ostdeutschland und baute insbesondere mit dem Radsportverein Perleberg eine enge und nachhaltige Partnerschaft auf. Durch zahlreiche gegenseitige Besuche und Freundschaftsturniere trug er entscheidend zum Wiederaufbau und zur Entwicklung des Sports vor Ort bei.

Ein weiterer Höhepunkt seines Wirkens war das Jahr 2001, als es ihm gelang, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Ortsgruppe Hamburg-Bille die Deutsche Meisterschaft im 6er-Rasenradball in die Hansestadt zu holen – ein unvergessliches Ereignis für den gesamten Verein.

Bei all seinem Wirken stand für Franz-Wilhelm stets eines im Mittelpunkt: das kameradschaftliche Miteinander. Er lebte die solidarischen Werte unseres Verbandes mit Überzeugung und Herzblut und prägte damit Generationen von Sportlerinnen und Sportlern.

Im Jahr 2012 zog sich Franz-Wilhelm aus der ersten Reihe der Verantwortung zurück und übergab den Staffelstab, blieb dem Verein jedoch weiterhin eng verbunden und stand jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Als Zeichen der Anerkennung wurde ihm im selben Jahr vom Bundesvorstand des RKB der Ehrenbrief verliehen, der im Rahmen einer würdigen Feier in Hamburg überreicht wurde – eine Ehrung, die ihn mit großer Freude und Dankbarkeit erfüllte.

Auch in den darauffolgenden Jahren war Franz-Wilhelm, wo immer es ihm möglich war, präsent – sei es bei Vereinsveranstaltungen oder bei sportlichen Ereignissen in der Halle Leuschnerstraße. Seine Verbundenheit und sein Interesse am Geschehen blieben ungebrochen.

Wir verlieren mit Franz-Wilhelm einen Vorreiter, Motor und geschätzten Freund des Hamburger Hallenradsports. Sein Wirken wird unvergessen bleiben, und wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Ingrid, seinen Töchtern Heike, Carmen und Corinna, die selbst viele Jahre erfolgreich im Radpolo aktiv waren, sowie seiner großen Familie, die ihm stets Halt und Heimat war.

Franz-Wilhelm wird immer einen festen Platz in unserem Verband behalten.

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