Nachdem die Deutsche Meisterschaft 2025 ausgefallen war, rollte der Ball in diesem Jahr endlich wieder. Spannende Spiele, ein neuer Turniermodus und ein Gastgeber, der auch abseits des Platzes einiges geboten hat: Der RKV Solidarität Bischberg 1925 sorgte auf und neben dem Sportplatz für beste Bedingungen. Nach der Meisterschaft 2024 in Neustadt wurde diesmal erstmals ein neuer Spielmodus erprobt: Statt wie bisher im System „Jeder gegen Jeden“ anzutreten, starteten die acht Mannschaften am Samstag in zwei Vorrundengruppen.

Das sorgte von Beginn an für Spannung, denn bereits am ersten Turniertag ging es um die Qualifikation für die Finalgruppe. In Gruppe A setzte sich Hamburg-Bille mit sieben Punkten vor Taube Hannover durch. Gastgeber Bischberg landete trotz zweier guter Auftritte gegen Hamburg und den RSV „Frisch-Voran 07“ Bramsche auf Rang drei und verpasste damit knapp die Finalrunde. In Gruppe B qualifizierten sich Germania Hahndorf und RKB Solidarität 1911 Bamberg-Gaustadt für die Spiele um den Titel.
Für Bischberg war das Ausscheiden natürlich bitter – und der Gastgeber musste bereits vor Turnierbeginn einen weiteren Rückschlag verkraften: Thorsten Wagner hätte unter normalen Umständen selbst auf dem Platz gestanden, verletzte sich jedoch ausgerechnet beim Dreh eines Werbevideos im Vorfeld der Meisterschaft.
Bischberg liefert den passenden Rahmen
Sportlich war für die Gastgeber damit früher als erhofft Schluss mit dem Titelrennen. Organisatorisch setzte Bischberg dagegen Maßstäbe. Von der Verpflegung über Livemusik beim Einlauf und am Abend bis hin zu einer Pyro-Show auf dem Sportplatz wurde den Aktiven und Gästen einiges geboten.
Ein besonderes Highlight war die live gesungene Nationalhymne: Mit einer Sängerin, die bereits bei „The Voice of Germany“ als Teilnehmerin auf der Bühne stand, bekam auch dieser Programmpunkt einen außergewöhnlichen Rahmen. Vor allem aber stimmte die Atmosphäre: Auf dem Platz, auf den Rängen und beim gemeinsamen Abendprogramm war zu spüren, dass eine Deutsche Meisterschaft im Rasenradball weit mehr ist als nur die Summe ihrer Ergebnisse.
Entscheidung fällt erst in den letzten Spielen
Am Sonntag ging es in zwei Gruppen um die endgültigen Platzierungen. In der Gruppe um die Plätze fünf bis acht setzte sich der RSV Löwe Gifhorn mit drei Siegen und neun Punkten durch und belegte damit den fünften Gesamtrang. Dahinter folgten Bramsche, Bischberg und Düsseldorf.

In der Finalgruppe entwickelte sich genau der enge Titelkampf, den sich viele erhofft hatten. Hamburg-Bille startete mit einem 0:0 gegen Gaustadt und gewann anschließend 2:0 gegen Taube Hannover. Vor den letzten beiden parallel ausgetragenen Begegnungen war damit noch einiges möglich. Ein Unentschieden zwischen Hamburg und Hahndorf hätte zu einer besonders komplizierten Konstellation geführt und den direkten Vergleich ins Spiel gebracht.
Doch Hamburg ließ es nicht darauf ankommen: Mit einem knappen 1:0 gegen Germania Hahndorf sicherte sich Hamburg-Bille den entscheidenden Sieg und beendete die Finalgruppe mit sieben Punkten vor Gaustadt mit fünf und Hahndorf mit vier Punkten. Damit verteidigte Hamburg-Bille seinen Titel aus dem Jahr 2024 erfolgreich.
Sportlicher Erfolg wird von schwerer Verletzung überschattet
So groß die Freude über den Titel war, so sehr wurde sie von einem tragischen Zwischenfall überschattet. Ein Spieler von Hamburg-Bille zog sich in einem fair geführten Zweikampf einen dreifachen Knöchelbruch zu. Nach der Erstversorgung am Sportplatz und im Krankenhaus musste er zur weiteren Behandlung in die Notfallaufnahme nach Hamburg gebracht werden.
Wir wünschen ihm im Namen der gesamten Soli-Familie eine schnelle und vollständige Genesung und hoffen, ihn bald wieder gesund auf und neben dem Rasen begrüßen zu können.

Carolin Seitz (RKB-Vizepräsidentin Verbandsentwicklung), Thorsten Wagner (1. Vorsitzender RSV Solidarität Bischberg 1925), Eric Spinck (Stellvertrender RKB-Bundesradsportleiter und frisch gebackener Deutscher Meister), Leon Eck (2. Vorsitzender RSV Bischberg), Karlheinz Lorenz (ehemaliger Vorsitzender RSV Bischberg und kürzlich geehrt für 70 Jahre Mitgliedschaft in unserem Verband), Tobias Köck (RKB-Präsident)
Trotz dieses bitteren Moments bleibt eine Deutsche Meisterschaft in Erinnerung, die sportlich bis zum Schluss spannend war und zugleich gezeigt hat, was unseren Verband ausmacht: fairer Wettkampf, Gemeinschaft und viel ehrenamtliches Engagement. Ein großes Dankeschön geht deshalb an den RKV Solidarität Bischberg und alle Helferinnen und Helfer, die dieses Wochenende möglich gemacht haben.
Nach der Meisterschaft ist dabei schon wieder vor der Meisterschaft: 2027 trifft sich die Rasenradball-Familie in Bramsche.




