Mit einer makellosen Bilanz ist die UCI-Hallenrad-Weltmeisterschaft in Stuttgart am Sonntag zu Ende gegangen. Nach langer Vorfreude haben die Stuttgarter dem internationalen Hallenradsport wieder trotz einiger pandemiebedingter Einschränkungen einen glänzenden Rahmen geschaffen. 4000 Zuschauer konnten die dreitägige Veranstaltung in der Porsche-Arena verfolgen und sorgten für großartige Stimmung, die die weltbesten Kunstradfahrer und Radballer zu Höchstleistungen hochjubelte und doch auch die trug, die von der deutschen Weltspitze leistungsmäßig weit entfernt sind. Nicht alle Verbände konnten Sportlerinnen und Sportler nach Stuttgart schicken. Die, die da waren, präsentierten sich als große begeisterte internationale Hallenradsportfamilie.

Rekorde und alle Titel für das Team D

Sogar neue Rekorde hat es gegeben: Die neuen (und alten) Titelträger im 1er Kunstrad Frauen und 1er Kunstrad Männer, Milena Supina und Lukas Kohl knackten bei ihren Finalfahrten zum dritten beziehungsweise fünften WM-Titel jeweils im Finale den jeweiligen WM-Rekord an ausgefahrenen Punkten und durften sich wohlverdient feiern lassen.

Alle Gold-Medaillen und WM-Titel gingen bei der WM 2021 nach Deutschland. Den Anfang machte der 4er Kunstrad-Reigen Nora Erbenich, Sabrina Born, Hannah Rohrwick und Annika Furch schon am Freitag. Den Abschluss bildeten die Radballer Bernd und Gerhard Mlady, die sich im Finale gegen die Schweizer Mannschaft durchsetzten. Auch wenn zwischendurch mancher um die erhoffte Medaille bangen musste (Max Maute erreichte schließlich mit gerade mal einem Punkt Unterschied Silber vor Emilio Areano), andere auch diesmal ihre WM nicht vergolden konnten (Carolin Wurth und Sophie-Marie Wöhrle mussten sich im 2er Frauen mit dem dritten WM-Silber zufrieden geben) und andere ihr Glück kaum fassen konnten (die WM-Debütantinnen Selina Marquardt und Helen Vordermeier gewannen mit einer perfekten Kür Gold im 2er Frauen), waren am Ende alle glücklich. Eine klare Sache war es auch im 2er offene Klasse, wo Serafin Schefold um Max Hanselmann souverän gewannen.  Alle Gold- und vier Silbermedaillen holte das Team D.

Begeisterung auch jenseits der Finals

Auch jenseits der Finalkämpfe zeigte sich das Stuttgarter Publikum begeisterungsfähig und sportlich: Es wusste auch die Leistung der Sportlerinnen und Sportler einzuordnen und zu würdigen, die schwierigkeitsmäßig weit weg von der absoluten Weltspitze sind. Darüber freute sich unter anderem Mohamad Hassan Rahman, der beim Radsportverein Burgheim bei seinem Ziehvater Albert Frank trainiert, und sich bei der WM voller Freude und mit einer ordentlichen Leistung für sein Herkunftsland Afghanistan präsentieren durfte und auch die Geschwister Tamaris und Dominic Franke Fontinha, die beim RKB Soli Wetzlar sportlich zuhause sind und bei der WM als Einzelstarter für Portugal unterwegs waren.

Tolle Medienpräsenz

Dank des SWR, der am Samstag und Sonntag jeweils über mehrere Stunden live übertragen hat, konnten viel mehr Fans als in der Halle Platz fanden die spannenden Wettbewerbe von zuhause aus mitverfolgen. Auch das tut dem Hallenradsport, der es als nichtolympische Sportart oft schwer hat, mit all seiner Faszination medial wahrgenommen zu werden, richtig gut. Text: Steffi Graff

Die Kaderathletinnen und -athleten des RKB Solidarität Deutschland werden gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

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