Was für ein Hallenrad-Wochenende in Dornbirn! Milena Slupina ist Weltmeisterin 2017 im 1er Kunstrad Frauen. „Franken-Power“ auf dem Parkett.

Bei der UCI-Hallenrad-Weltmeisterschaft in Dornbirn (Österreich) zeigte sich die gesamte deutsche Mannschaft in allerbester Verfassung: Doppelsiege in den 1er und 2er Kunstraddisziplinen, der Vizeweltmeistertitel im 4er Kunstrad und dann auch noch der Titel im Radball! Klarer kann man die Dominanz des deutschen Hallenradsports im internationalen Vergleich nicht unterstreichen. Allein drei Gold- und eine Silbermedaille gehen nach Bayern. Franken-Power bewiesen Milena Slupina (Bernlohe), Lukas Kohl (Kirchehrenbach) und die Brüder Gerhard und Bernd Mlady (Stein) mit ihren Titeln im 1er Kunstrad und Radball.

Ein hochprofessioneller Rahmen in der niegelnagelneuen vorarlberger Messehalle bot feinste äußere Bedingungen für Höchstleistungen und Zuschauervergnügen. Jeweils 3000 Kunstradbegeisterte und Radballfans erlebten an den drei Wettkampftagen einen sportlichen Höhepunkt auf den nächsten. „Die Welt zu Gast bei Freunden“ hatte das ehrenamtliche Veranstaltungskomitee versprochen und sich als herausragender Gastgeber bewiesen.

Das erste ganz große Kunstrad-Ausrufezeichen setzte am Samstag Milena Slupina. Sie krönte bei ihrer ersten WM-Teilnahme eine Spitzensaison nach dem Gewinn der German Masters-Serie mit dem Weltmeistertitel.  Noch etwas nervös, aber dennoch souverän in der Vorrunde am Freitag, glänzte sie im Finale am Samstag mit selbstbewusster Ausstrahlung und Können. Als Starterin mit der höchsten eingereichten Punktzahl erlebte sie beide Male, dass ihre Nationalmannschaftskollegin und stärkste Konkurrentin um den Titel Viola Brand eine sehr gute Leistung vorlegte. Am Freitag noch war Slupina um einen Wimpernschlag von 0,02 Punkten hinter Brand geblieben. Am Samstag standen am Ende 184,22 und damit rund ein Punkt mehr als bei Brand auf der Anzeigentafel, als Slupina ihren brillanten Vortrag beendet hatte.

Jubel, Tränen, pure Freude – gelöst absolvierte die frischgebackene Weltmeisterin in den Stunden nach dem Titelgewinn ein ungewohntes Programm zwischen Siegehrung, Gratulanten, Pressekonferenz, Dopingkontrolle und Interviews. Am Abend wurde in der Festhalle ausgelassen gefeiert.

Mitfeiern konnten da auch schon die 4er-Kunstrad-Mannschaft vom RSV Steinhöring, die bereits am Freitag den Vizeweltmeistertitel verteidigt hatte. Die neuen Weltmeister im 2er Kunstrad offene Klasse heißen Serafin Schefold und Max Hanselmann. Erst in den allerletzten Sekunden der Finalkür am Samstag fiel die dann doch eindeutige Entscheidung, als die vierfachen Weltmeister André und Benedikt Bugner ihr Programm mit einem Sturz beenden mussten.

Zwei weitere Kunstrad-Highlights hatte das Programm für den Sonntagnachmittag und -abend aufgehoben: Die Finale im2er Kunstrad Frauen und 1er Kunstrad der Männer. Julia und Nadja Thürmer heißen wie im Vorjahr die Weltmeisterinnen im 2er Kunstrad, die das Finale mit einer großartigen Leistung vor den Mannschaftskolleginnen Lena und Lisa Bringsken beendeten. Lukas Kohl verteidigte seinen Titel anschließend mit einem Auftritt, der ihn wie beflügelt zu einem Traumergebnis über 200 Punkte führte.

Komplettiert wurde die ausgezeichnete Bilanz der deutschen Nationalmannschaft mit dem heiß umkämpften Turniersieg des Steiner Radball-Duos Gerhard und Bernd Mlady, die sich im Finalspiel gegen Österreich durchsetzten.

Aus Soli-Sicht ist markiert natürlich der Titelgewinn von Milena Slupina das absolute Highlight dieser UCI Weltmeisterschaft. Dazu die allerherzlichsten Glückwünsche!

Nicht unterschlagen werden soll, dass auch eine andere Sportlerin der Soli bei der WM einen Auftritt im 1er Frauen hatte: Tamaris Franke Fontinha vom RKB Wetzlar startete für Portugal und erreichte einen respektablen elften Platz.   Text: Steffi Graff / Bilder: Hubert Dandl

 

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