Ein Weltrekord zum Augenreiben und fast alle WM-Tickets vergeben

Nach sechs von sieben Qualifikationsdurchgängen für die Hallenradweltmeisterschaft in Basel können die meisten Teilnehmer schon vor der Deutsche Meisterschaft mit dem Kofferpacken beginnen. In fast allen Kunstrad-Disziplinen steht schon jetzt fest, wer Deutschland vom 6. bis 8. Dezember international vertritt. Noch offen ist, wer im 2er offene Klasse als zweites Paar und welches Team im 4er mitreisen darf.

Nicht nur, dass die Spitzensportler sich heuer ausgesprochen früh und deutlich abgesetzt haben, die German Masters Serie 2019 könnte auch als Serie der unfassbaren Weltrekorde in die Geschichte eingehen.

Die dritte Masters endete nämlich so, wie die erste begann: Mit einem Weltrekord, bei dem sich die Zuschauer im Weiler Sportzentrum zunächst verwundert die Augen rieben, um dann unsisono von den Sitzen aufzuspringen und dem Lukinator zuzujubeln, der mit 214,1 ausgefahrenen Punkten als letzter Starter im Finale komplett ausgereizt hat, was das Kunstrad-Reglement an Punkten zu vergeben hat. Zwischenzeitlich standen über 215 Punkte auf der Tafel. Scheinbar mühelos haute Lukas Kohl einen zehnfachen Drehsprung und das Maximale an Lenkerstanddrehungen heraus, um das Punktekonto fast zum Überlaufen zu bringen. Dann stand er auf der Fläche und konnte selbst kaum glauben, was er da grade gemacht hat. Ein Wahnsinn! Und eine geniale Werbung für einen Sport, der gerne mal in seiner Faszination unterschätzt wird.

Dabei hat es im deutschen Kunstradsport an Spitzenleistungen wirklich keinen Mangel. Das gab es in Weil im Schönbuch mehr als einmal eindrucksvoll zu sehen. Auch im 1er Frauen zeigt die Leistungskurve der Tops weiter steil nach oben. Milena Slupina vom TSV Bernlohe hatte die Masterserie ebenfalls mit einem neuen Weltrekord begonnen und Wettkampf für Wettkampf Weltklasseleistungen geliefert, die ihr schon nach fünf Ergebnissen am Samstag das Ticket für die WM ohne Streicher sicherten. Viermal davon hatte sie die vor nicht allzu langer für Frauen kaum vorstellbare 190-Punkte-Marke gerissen. Selbst Krankheit zur Unzeit bremste sie dabei nicht, verhinderte aber, dass sie im Finale in Weil nochmal genauso hinlangen konnte. Im harten Konkurrenzkampf um die Spitze der Spitze musste sie sich da Viola Brand geschlagen geben, die als zweite WM-Starterin auch bereits feststeht. Dieses Duell verspricht eine spannende Deutsche Meisterschaft, bei der sich beide unbelastet von Qualifikationserfordernissen ganz und gar auf die nationale Titeljagd konzentrieren können.

Sauber präsentieren wollen sich dort auch Veronika Koch (RKB Soli Hausham) und  Ramona Dandl (RKB Soli Bruckmühl), die beide mit knapp unter 170 Punkten als sechste und siebte der dritten Masters auch auf der Deutschen einen guten Platz unter den Top Ten erreichen wollen. Für Ramona geht es dabei nach ihrem ersten Elite-Jahr auch um einen Platz im Nationalkader. Etwas die Luft raus war bei der dritten Masters bei Leonie Sander und Kim Leah Schlüter (beide RSV Knetterheide) und Susanne Schreuer (RKB Soli Bruckmühl). Sie belegten die Plätze 15, 17 und 18. Bei den Männern lagen Torben und Marvin Staudenmaier (RKV Herbrechtingen) mit den Plätzen sechs und sieben wieder einmal dicht beieinander. Max Euskirchen (DJK Rohrbach) war mit seinem Programm in Weil lange gut auf Kurs und ärgerte sich zurecht über einen missglückten Schluss, mit dem er zehnter wurde. Der Gutacher 2er Dénes Füssel und Lisa Schwendemann patzte in der Vorrunde, sorgte dann aber in der Zwischenrunde mit sauberen 111,21 Punkten für einen erfreulichen Abschluss der Masters-Serie. Steffi: Graff

Die Kaderathletinnen und -athleten des RKB Solidarität Deutschland werden

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