Die rund 70 Delegierten aus den Landesverbänden beschäftigten sich eingängig und konstruktiv mit den entscheidenden Themen der kommenden Jahre und machten deutlich, dass der Verband bereit ist, seine Strukturen, seine Haltung und seine Angebote weiterzuentwickeln. Die Konferenz bot einen Raum echter Mitgestaltung – getragen von Offenheit, Klarheit und einem gemeinsamen Verständnis dafür, was der RKB in Zukunft braucht.
Im Zentrum der Tagung standen die Wahlen zum Präsidium, die den geplanten Generations- und Kulturwandel deutlich sichtbar machten. Mit Tobias Köck übernimmt ein Präsident die Verbandsführung, der im letzten Präsidium bereits als Vizepräsident Verbandsentwicklung Verantwortung trug und in der Vergangenheit sowohl die Bundesjugendleitung der Solijugend als auch den Deutschen Bundesjugendring erfolgreich geführt hat. Seine Wahl steht für einen modernen Führungsstil, klare Haltung und den Anspruch, den Verband strategisch neu auszurichten. Neu ins Präsidium gewählt wurde Thomas Bottelberger als Vizepräsident Sport für den Radsport. Er ist seit vielen Jahren Trainer im Radpolo beim RKB Wetzlar und führte sein Team in diesem Jahr zum Deutschen Meistertitel – ein Profil, das sportliche Expertise und Praxisnähe verbindet. Ebenfalls neu ist Frank Hoppe als Vizepräsident Sport für den Rollsport, der – ebenfalls Trainer in einem Verein – mit seinem Hintergrund die Sportsäule strukturell stärken und weiterentwickeln soll. Im Amt bestätigt wurde Dennis Mayer als Vizepräsident Finanzen, während Marcel Päßler (Bundesvorsitzender der Solijugend) als Vizepräsident Jugend gewählt wurde. Mit Carolin Seitz rückt zudem eine Trainerin aus dem Kunstradnachwuchs als Vizepräsidentin Verbandsentwicklung ins Präsidium auf. Sie hatte sich bereits im Vorfeld durch ihre Mitarbeit am Zukunftspapier „Unser Weg nach vorn“ intensiv mit den strategischen Fragen des Verbandes befasst. Die Delegierten bekräftigten die zentralen Leitlinien dieses Diskussionspapiers, die von der Sicherung der Traditionssportarten über die Stärkung neuer Sportsäulen bis hin zu moderner Verbandsführung und einer klaren demokratischen, wertebasierten Haltung reichen. Es betont eine Professionalisierung in Struktur, Service und Kommunikation, fordert transparente Entscheidungswege und stärkt die Idee eines Verbandes, der sich aktiv mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzt und Verantwortung übernimmt.
Eine besondere Würdigung erfuhr der langjährige Präsident Bernd Schwinn, dessen Engagement den Verband über Jahrzehnte geprägt hat: Er wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt und wird seine Expertise so auch weiterhin im Präsidium und dem ebenfalls neu gewählten Bundesvorstand einbringen.

Gruppenbild des Präsidiums, das am 16.11.2025 auf Schloss Schney gewählt wurde: Tobias Köck (Präsident), Carolin Seitz (Vizepräsidentin Verbandsentwicklung), Marcel Päßler (Vizepräsident Jugend), Thomas Bottelberger (Vizepräsident Sport), Frank Hoppe (Vizepräsident Sport), Bernd Schwinn (Ehrenpräsident) und Dennis Mayer (Vizepräsident Finanzen)
Inhaltlich setzte die Bundeskonferenz weitere wichtige Impulse. Besondere Bedeutung hatte die Annahme des Antrags der Solijugend zur Verankerung der Prävention interpersonaler Gewalt in der Satzung des RKB sowie zur Gründung einer AG Prävention, die die Arbeit der Bundesbeauftragten strukturell unterstützt. Damit stellt der Verband klar, dass er Verantwortung für sichere Räume im Sport übernimmt und dass Prävention – einschließlich Schutz vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt sowie Vernachlässigung – kein freiwilliges Zusatzthema, sondern verpflichtender Bestandteil seiner Verbandsarbeit ist. Die Entscheidung folgt grundlegenden Anforderungen im organisierten Sport und nutzt gleichzeitig das Fachwissen der Solijugend, die den entsprechenden Antrag eingebracht hatte.
Ein weiterer richtungsweisender Beschluss ist der Auftrag an das neue Präsidium, eine internationale Sportfreizeit für Erwachsene über 27 Jahren zu konzipieren. Die Freizeit soll im Breitensport verankert sein, internationale Begegnung ermöglichen und gleichzeitig bildungspolitische Themen wie Antisemitismus im Sport, Dopingprävention oder Verkehrs- und Umweltfragen aufgreifen. Damit reagiert der Verband auf einen spürbaren Bedarf und schafft ein neues Format, das die Bindung der Mitglieder stärkt.

Auch das Ehrenamt und die strukturellen Bedingungen für freiwilliges Engagement standen im Fokus. Die Delegierten beauftragten das Präsidium, systematisch zu untersuchen, warum Ehrenamtliche ihr Engagement beenden oder reduzieren und weshalb es zunehmend schwieriger wird, neue Menschen für Aufgaben und Ämter zu gewinnen. Die Untersuchung soll interne Prozesse, die Kommunikationskultur und Entscheidungswege genauso in den Fokus nehmen wie äußere Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse sollen auf der nächsten Bundeskonferenz vorgestellt werden – mitsamt Maßnahmen, die das Ehrenamt im Verband langfristig stärken sollen. Dieser Beschluss zeigt, dass der RKB die Herausforderungen der Zeit ernst nimmt und bereit ist, auch selbstkritisch auf die eigenen Strukturen zu schauen.
In ihrer Gesamtheit zeigte die Bundeskonferenz einen Verband, der bereit ist, sich ehrlich weiterzuentwickeln und zentrale Zukunftsthemen mutig anzugehen. Mit einem erneuerten Präsidium, wegweisenden Beschlüssen und einer deutlich spürbaren Aufbruchsstimmung verlässt der RKB Schloss Schney mit einem klaren Signal: Der Verband will nicht nur mit der Zeit gehen, sondern seine Zukunft aktiv selbst gestalten – selbstbewusst, solidarisch und verantwortungsvoll.




