100 Jahre RSV Soli Reuth – das sind 100 Jahre Sport, Gemeinschaft und vor allem Menschen, die Verantwortung übernehmen. Ein Jahrhundert Vereinsgeschichte steht für unzählige Trainingsstunden, Wettkämpfe, Feste, Erfolge und Generationen von Ehrenamtlichen, die den Verein geprägt und getragen haben.
Dass ein kleiner Verein aus einem Dorf in Oberfranken einmal auf nationaler Bühne für Aufsehen sorgen würde, hätten viele wohl kaum für möglich gehalten. Doch gelang genau das: In den Jahren 2021 und 2022 holte der Verein gleich drei Deutsche Meistertitel – zwei im 6er-Einrad und einen im 4er-Einrad.

Vielleicht beschreibt ein Satz den Verein deshalb besonders treffend. Für den 1. Vorsitzenden Thomas Bittruf ist die Soli Reuth „ein Team, das funktioniert wie ein Uhrwerk“.
Und Thomas weiß, wovon er spricht. Seit 57 Jahren ist er selbst Teil der Soli-Familie, war lange Mitglied einer 4er-Einrad-Mannschaft, begleitet seit 40 Jahren die sportliche Entwicklung der Mitglieder als Sportleiter und steht seit fast zwei Jahrzehnten an der Spitze des Vereins.

Thomas Bittruf (Mitte) mit der Urkunde, die der Verein zum 100-jährigen Bestehen vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) erhalten hat
Doch hinter jedem großen Engagement stehen oft Menschen, die weniger im Mittelpunkt stehen und trotzdem unverzichtbar sind. Für Thomas ist das seit inzwischen 49 Jahren seine Frau Sylvia. Bei den Feierlichkeiten fand er dafür sehr persönliche Worte: „Danke, dass du dich schon so lange mit so einem Vereinsmenschen rumärgerst.“ Ihre Antwort sorgte für viele lachende Gesichter: „So einen wollt ich eigentlich nie.“
Das Jubiläum selbst hielt noch eine besondere Überraschung bereit: Die große Feier fiel ausgerechnet auf Thomas’ 66. Geburtstag. Und auch wenn er ursprünglich nicht wollte, dass daraus großes Aufheben gemacht wird – manche Dinge lassen sich eben nicht verhindern. Als zum Ende des offiziellen Teils plötzlich der einschlägige Song von Udo Jürgens erklang, ließ sich Thomas nicht lange bitten und legte kurzerhand gemeinsam mit Sylvia eine flotte Sohle aufs Parkett.

Thomas Bittruf und seine Frau Sylvia
Doch bei aller Freude über die vergangenen Jahrzehnte ging der Blick an diesem Tag auch bewusst nach vorne. Thomas kündigte an, dass seine aktuelle Amtszeit sowie die seiner Stellvertreterin Sonja Häublein die letzte sein werde. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Zukunft bereits vorbereitet wird – junge Nachfolgerinnen und Nachfolger stehen bereit, während die bisherigen Verantwortlichen ihre Erfahrung weiterhin im Hintergrund einbringen möchten. Dabei fand er klare Worte: Junge Menschen brauchen Chancen – und manchmal bedeute das eben auch, Platz zu machen.
Gerade dieser Gedanke passt zur Geschichte und zu den Werten des RKB Solidarität. In ihrer Jubiläumsrede erinnerte Vizepräsidentin Verbandsentwicklung Carolin Seitz daran, dass Solidarität im Verband nie nur ein Begriff war, sondern immer gelebt wurde: durch Zusammenhalt, Verantwortung und gemeinsames Handeln. Demokratie und Gemeinschaft entstehen nicht irgendwo – sie entstehen genau dort, wo Menschen sich einbringen und gemeinsam gestalten.

RKB-Vizepräsidentin Verbandsentwicklung Carolin Seitz während ihres Grußwortes
Und genau das lebt die Soli Reuth seit mittlerweile 100 Jahren vor. Ein Verein, der sportliche Erfolge feiert, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Ein Verein, der Tradition bewahrt und gleichzeitig bereit ist, neue Wege zu gehen. Und vor allem ein Verein, der zeigt, dass große Geschichten nicht nur in großen Städten entstehen.
Herzlichen Glückwunsch zu 100 Jahren RSV Soli Reuth – und auf viele weitere Jahre voller Bewegung, Gemeinschaft und Solidarität.

Fotos: Nina Schedel www.momentsinnature.de




