Einradfahren nach IUF

Der Einradsport unterteilt sich in verschiedene Disziplinen, die auf Meisterschaften ausgetragen werden. Hierzu zählen Artistik, Bahnrennen, Langstreckenrennen, MUni, Trial, Flat und die Mannschaftssportarten Basketball und Hockey.

Artistik

Bei der Artistik unterscheidet man zwischen Standardskill und Freestyle. Beide Disziplinen werden in einer Turnhalle ausgeführt.

Im Standard Skill geht es um die technische Perfektion des Fahrers. Von ihm werden auf einem 11 m x 14 m großem Feld innerhalb von drei Minuten 18 Tricks ausgeführt, die der Auflistung des IUF-Rulebooks entnommen werden. Darin finden sich circa 350 Tricks, mit ihrer jeweiligen Punktezahl je nach Schwierigkeitsgrad.

Die Ausführung erfolgt vor sechs Juroren, die z.B. beim Abweichen von der vorgegebenen Haltung bereits Punkte abziehen. Der Fahrer mit der höchst ausgefahrenen Punktzahl gewinnt den Wettbewerb in dieser Disziplin.

Im Freestyle werden Einzel-, Paar- und Gruppenküren mit oder ohne Thema gefahren, wobei Präsentation und Technik zu je 50 Prozent gewertet werden. Bei der Präsentation geht es z.B. darum, ob Musik und Tricks zusammenpassen. Dafür gibt es ein differenziertes Bewertungsschema, nach dem Punkte vergeben werden. Es gewinnt der Sportler mit der niedrigsten Platzierungspunktezahl, wobei von acht Juroren bewertet wird. Vier davon bewerten die Technik, die anderen vier die Präsentation.

Gefahren wird auf einem Feld, das für Einzel- und Paarküren 11 m x 14 m groß ist und für Gruppenküren mindestens 14 m x 26 m. Eine Gruppenkür dauert bis zu sechs Minuten, Einzel- und Paarküren dagegen bis zu drei Minuten.

Track (Bahnrennen)

100m, 400m, 800m werden im Leichtathletik – Stadion auf der 400m Tartanbahn auf Zeit gefahren. Für Geschwindigkeitsrennen auf der Tartanbahn werden spezielle Einradrennräder benutzt, wobei die Radgröße 24 Zoll betragen darf. Meist werden sehr dünne Reifen mit Rennprofil gefahren, die Kurbellänge muss mindestens 125 mm betragen und der Sattel muss zur Stabilisierung des Fahrers einen Griff haben.

Es gibt ein verbindliches IUF–Startsignal und gemessen wird per Lichtschranke und Zielfoto. Jeder Fahrer hat eine eigene Startstange zur Verfügung. Nur bei den 800 Meterrennen ist es erlaubt nach einem Abstieg wieder aufzusteigen und weiterzufahren.

Beim 50 m one foot  wird nach einer erlaubten Beschleunigungsphase von fünf Metern mit nur einem Bein getreten – das andere Bein ruht auf der Gabel. Es wird, wie oben beschrieben, gestartet und per Lichtschranke gemessen.

Beim 30m wheelwalk – Rennen, auf Deutsch auch „Radlauf“ genannt, wird der Reifen so schnell wie möglich mit beiden Füßen angetrieben. Es wird mit den Füßen auf dem Rad gestartet.

Bei den Slow Races „Langsam vorwärts“ und „langsam rückwärts“ wird so langsam wie möglich über ein 10 m langes Brett gefahren, das für vorwärts 15 cm und für rückwärts 30 cm breit ist, ohne dabei zu pendeln, das Rad seitwärts zu drehen oder den Fahrfluss durch das geringste Stehenbleiben zu unterbrechen.

In der Disziplin „Stillstand“ ist nicht nur ein extrem guter Gleichgewichtssinn nötig, sondern auch allerhöchste Konzentration, da die Aufgabe darin besteht solange wie möglich auf dem Einrad und das auf einem 10 x 25 cm großem Brett zu stehen. Über eine Stunde auf dem Einrad zu stehen, kommt bezüglich des Kraftaufwandes einem extremen Ausdauersport, wie z.B. einem Langstreckenrennen gleich.

Beim IUF Slalom wird so schnell wie möglich durch den mit Pylonen gekennzeichneten Slalomkurs gefahren. Das Umwerfen einer Pylone oder ein Abstieg führen zur Disqualifikation

Beim Hoch- und Weitsprung geht es darum, mit dem Einrad möglichst hoch bzw. weit zu springen. Es wird angefahren und bei der Markierung abgesprungen. Der Sportler hat für jede Höhe bzw. Länge zwei Versuche. Nach geschafftem Sprung kann die nächste Höhe bzw. Länge gesprungen werden. Wird eine Höhe bzw. Länge nach zwei Versuchen nicht geschafft, dann zählt die davor gesprungene Distanz. Wird die Stange berührt oder werden nach dem Sprung keine drei Umdrehungen mehr gefahren, so wird man disqualifiziert.

Die Staffeln werden von jeweils vier Sportlern über 4 x 100m gefahren. Gestartet wird wie bei den anderen Bahnrennen, nach 100 Metern erfolgt die Stabübergabe während des Fahrens. Nach einem Sturz ist wieder Aufsteigen erlaubt.

Track Gliding und Track Coasting: in diesen beiden Disziplinen müssen nach dem Beschleunigen von 30 Metern die Füße von den Pedalen genommen worden sein. Sie müssen sich jetzt auf der Gabel befinden (Coasting) und das Gleichgewicht wird mit den Armen und dem Oberkörper gehalten. Beim Gliding befindet sich ein Fuß auf dem Reifen und bremst dadurch ein bisschen während der andere Fuß auf der Gabel steht. Dadurch lässt sich die Kontrolle über das Einrad etwas leichter steuern, als beim Coasting. Der Fahrer, der die weiteste Distanz geschafft hat, gewinnt.

Long Distance (Langstreckenrennen)

Bei allen Langstreckenrennen ist wie bei den Bahnrennen das Tragen von Knieschonern, Handschuhen und einem Helm Pflicht.

Hier werden 10 km oder ein Marathon zumeist auf einer Straße gefahren. Der Zieleinlauf erfolgt auf der Tartanbahn im 400m Stadion, wobei nach einem Sturz oder Abstieg wieder aufgestiegen werden darf.

Beim 24 Stunden-Fahren geht es darum, die längst mögliche Distanz in dieser Zeit zurückzulegen. Oft wird dieser Wettbewerb auf der 400m Bahn ausgetragen. Die Wertung wird nach Radgrößen und Altersklassen vorgenommen.

Muni (MountainUnicycle)

Hier geht es um die Disziplinen Downhill, Uphill und Cross Country. Für diese Disziplinen braucht man ein extra stabiles Einrad mit entsprechendem Profilreifen. Für den Downhill möglichst mit Bremse. Zusätzlich zu der Schutzkleidung der anderen Rennen sind Schienbein und Ellbogenschoner vorgeschrieben.

Der Downhill ist mindestens einen Kilometer lang und führt durch bewaldete Strecken talwärts. Meistens gibt es viele Steine, Wurzeln oder andere Hindernisse zu überwinden, wobei es steht dem Fahrer offen steht, ob er über diese Hindernisse springt oder sie umfährt. Nach einem Sturz darf man wieder aufsteigen. Gestartet wird einzeln oder in kleinen Gruppen.

Der Uphill ist meistens kürzer. Gefahren wird oft auf einer Wiese, wie z. B. einer Skipiste und auch hier ist es erlaubt, wieder aufzusteigen. Es darf dabei aber nicht überholt werden.

Der Cross Country führt bergauf und bergab querfeldein und auf der mindestens fünf Kilometerlangen Strecke darf nach einem Sturz wieder aufgestiegen werden.

Trial

Bei dieser Disziplin geht es darum, in einer vorgegebenen Zeit (mindestens zwei Stunden) möglichst viele aufgebaute Hindernisse auf dem Einrad ohne Abstieg zu überwinden und zwar durch springen, fahren oder hüpfen. Für ein überwundenes Hindernis gibt es je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger viele Punkte. Innerhalb der vorgegebenen Zeit können die Fahrer für ein Hindernis so viele Versuche unternehmen wie sie wollen. Die Hindernisse können z.B. Paletten, Kabeltrommeln, Flaschen, Autos o.ä. sein. Ein Palettenturm kann schon mal 10 m hoch sein. Am Ende gewinnt der Sportler mit der höchsten Punktzahl.

Mannschaftssportarten

Es gibt auch noch Mannschaftssportarten wie Einradhockey und Einradbasketball, die auf 24 Zoll Einrädern in der Halle gespielt werden. Auch für diese Disziplinen gibt es genaue Regeln wie z.B., dass es verboten ist, sich an der Wand festzuhalten oder sich am Schläger abzustützen. Erst wenn ein gestürzter Spieler wieder auf dem Einrad sitzt, darf er sich wieder am Spiel beteiligen. Für das Einradhockeyspiel, das mit zwei Mannschaften zu je fünf Spielern gespielt wird, braucht man neben Knieschonern auch einen Helm und Zahnschutz.

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