Silber für Milena Slupina vom TSV Bernlohe

Als mit ihrer Leistung sehr zufriedene Vizeweltmeisterin ist Milena Slupina aus Belgien zurückgekehrt. Im Wettbewerb der 1er Frauen hatte sie sich mit der Stuttgarterin Iris Schwarzhaupt am Samstag den erwartet heißen Wettkampf geliefert. Die Vorrunde hatte Milena Slupina mit über 190 Punkten gewonnen, dem höchsten Ergebnis, das jemals von einer Frau bei einer WM gefahren worden ist. Im spannenden Finale um den Titel kam keine der beiden deutschen Favoritinnen ohne Fehler durch. Am Ende hatte Iris Schwarzhaupt mit knapp zwei Punkten Abstand das bessere Ergebnis auf der Anzeigetafel stehen. Dafür gab es vom Führungssofa anerkennenden Applaus. Ebenso herzlich wie stürmisch fiel dann sofort die Gratulation der Ex-Weltmeisterin an die frischgebackene neue Titelträgerin aus.

Auch bei der Pressekonferenz herrschte gute Stimmung: „Ich freue mich sehr über den zweiten Platz“, betonte die Sportlerin des TSV Bernlohe. „Nachdem ich die Quali geschafft hatte, war es mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen. Aber natürlich hätte ich den Titel auch gerne verteidigt.“ Iris Schwarzhaupt, die 21 Jahre junge Pharmaziestudentin, konnte das Glück über den Titelgewinn so kurz nach der Siegerehrung noch kaum fassen.

Zehnmal Edelmetall

Insgesamt zehn Medaillen haben die deutschen Hallenradsportler bei der WM 2018 geholt. Die Titel im Kunstradfahren hat das deutsche Team komplett abgeräumt. Die Radballer hatten sich auf eilig beschafften Ersatzrädern bis ins Finale vorgekämpft, wo sie sich den Österreichern geschlagen geben mussten. Für sie hatte das Turnier einen bitteren Beigeschmack: In der Nacht vor dem ersten Trainingstag in Lüttich wurde der Steiner Mannschaftsbus vor dem Hotel aufgebrochen und alle vier Räder gestohlen.

Favoritensiege und Überraschungserfolge

Der Kunstrad-Dominator der ganzen Saison „Lukinator“ Lukas Kohl lieferte auch bei seinem dritten Weltmeisterschaftstitel in Lüttich ein eindrucksvolles sportliches Statement und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, wem die Krone des Kunstradsports 2018 gehört. Auch Serafin Schefold und Max Hanselmann schlossen im 2er offen eine hervorragende Saison mit der souveränen Verteidigung des Weltmeister-Titels ab. Im 1er der Frauen lagen Freude und Entsetzen im deutschen Team nah beieinander: Während die Bringsken-Schwestern sich nach drei Silbermedaillen endlich über den Titel bei einer WM freuen konnten, herrschte bei den Favoritinnen Caro Wurth und Sophie Nattmann Fassungslosigkeit darüber, dass ein Sturz kurz vor Schluss ihrer Kür die eigenen Titelambitionen zerstörte. Ausgerechnet im WM-Endkampf mussten sie das schlechteste Ergebnis der Saison einstecken und mit der Silbermedaille zufrieden sein. Für die Steinhöringer 4er Kunstradmannschaft waren die fünf Minuten auf dem Führungssofa mindestens so angespannt und emotional wie die eigenen fünf Minuten auf der Fläche, bevor klar war, dass sie den WM-Titel zurück nach Bayern geholt haben, weil die Schweizerinnen ihre Kür nicht sauber aufs Parkett bringen konnten.

Alle deutschen Teilnehmer auf dem Podest

Insgesamt 22 Nationen waren bei der Weltmeisterschaft in Lüttich vertreten. Das sorgte für ein farbenfrohes internationales Fest des Hallenradsports in der Lütticher Country Hall, das am Freitagabend mit einer bunten Eröffnungsfeier offiziell begann. An den drei Wettkampftagen standen die deutschen Teilnehmer in allen Disziplinen auf dem Treppchen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

1er Kunstfahren Frauen:

GoldIris Schwarzhaupt (D), SilberMilena Slupina (D), BronzeAdriana Mathis (AUT)

1er Kunstfahren Männer:
Gold  Lukas Kohl (D), Silber Moritz  Herbst (D), Bronze  Chin To Wong (HKG)

2er Kunstfahren Frauen:
Gold Lena&Lisa Bringsken  (D), SilberCaro Wurth/Sophie Nattmann (D), Bronze: Kopf/Bachmann (AUT)

2er Kunstfahren offene Klasse:

Gold  Serafin Schefold/Max Hanselmann (D),SilberBurri/ Hammerschmidt  (SUI), BronzePatrick Tisch/Nina Stapf (D)

4er Kunstfahren offene Klasse: GoldDeutschland (Gülich/Ressel/Dörner/Milo), SilberSchweiz, BronzeÖsterreich

Radball:

GoldÖsterreich, SilberDeutschland (Gerhard und Bernd Mlady), BronzeSchweiz

Text und Bild: Steffi Graff

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